Grenzüberschreitend retten
Treffen mit Manfred Weber und Alois Rainer beim BRK Regen

Regen. Grenzüberschreitende Zusammenarbeit ist im Alltag vieler Menschen im Grenzraum längst zur Normalität geworden – doch ausgerechnet im Rettungsdienst gibt es immer noch zahlreiche Herausforderungen. Vor diesem Hintergrund hat ein Treffen beim Bayerischen Roten Kreuz in Regen stattgefunden, das von Rita Röhrl, Vorsitzende des BRK-Kreisverbands Regen, eröffnet wurde.
Anwesend waren auch Europaabgeordneter Manfred Weber, Bundestagsabgeordneter Alois Rainer, BRK-Kreisgeschäftsführer Franz Lobmeier sowie dessen Kollege vom BRK Cham, Manfred Aschenbrenner.
„Der Rettungsdienst lebt das Prinzip des ,grenzenlosen Helfens‘. Doch an der deutsch-tschechischen Grenze stoßen wir noch immer auf erhebliche Hindernisse“, berichtet BRK-Kreisgeschäftsführer Franz Lobmeier. Neben den Herausforderungen durch Sprachbarrieren hapere es vor allem an der Anerkennung von Ausbildungsabschlüssen und am sogenannten „Helferführerschein“, der es bayerischen Rettungskräften erschwert, auf tschechischer Seite zu agieren, ergänzte in diesem Zusammenhang Manfred Aschenbrenner.
„Die tschechischen Kollegen sind hervorragend ausgebildet und leisten großartige Arbeit. Die Hindernisse liegen nicht in der Qualifikation, sondern in bürokratischen Hürden“, führt Christian Aulinger, verantwortlich für den Bereich Einsatzdienste beim Roten Kreuz in Regen, aus. „Bei einem kürzlich erfolgten Besuch in Železná Ruda konnten wir uns davon überzeugen, dass der tschechische Rettungsdienst mit denselben modernen Geräten und Ausstattungen wie in Deutschland arbeitet. Die Ausstattung ist auf einem Top-Niveau, und das zeigt, wie gut die Kolleginnen und Kollegen aufgestellt sind.“
Im Rahmen der Gesprächsrunde warfen die Teilnehmer einen Blick in den Nachbarlandkreis Cham. Um die Herausforderungen der grenzüberschreitenden Rettung anzugehen, wurde in Furth im Wald das Kompetenz- und Koordinierungszentrum (CCC) eingerichtet. Das CCC koordiniert organisatorische und rechtliche Rahmenbedingungen, bietet Praktika und gemeinsame Übungen an und hat eine Software entwickelt, die Kommunikation und Ortung zwischen den Leitstellen auf beiden Seiten der Grenze erleichtert. „Dieses Zentrum ist ein wichtiger Schritt, aber seine Finanzierung ist noch nicht dauerhaft gesichert“, mahnte Aschenbrenner.
Ebenfalls diskutiert wurde die Thematik der Finanzierung der grenzüberschreitenden Rettungseinsätze. Hier kam man zum Ergebnis, dass es klare Rahmenbedingungen für diese geben müsse und auch die Krankenkassen für eine sinnvolle Lösung mit ins Boot geholt werden müssen.
Europaabgeordneter Manfred Weber betonte die Bedeutung der Zusammenarbeit auf allen Ebenen: „Grenzüberschreitender Rettungsdienst zeigt, wie wichtig ein funktionierendes Europa im Alltag der Menschen ist. Wir müssen diese Themen entschlossen voranbringen – von der EU bis zur kommunalen Ebene.“ MdB Alois Rainer ergänzte: „Auch die Bundes- und Landespolitik müssen hier Hand in Hand arbeiten. Gerade bei der Finanzierung durch Krankenkassen sehe ich noch Handlungsbedarf, und eine gute Abstimmung zwischen Gesundheits- und Innenministerium bietet uns einiges an Chancen.“