Der Hausnotruf kann leben retten
Experte Michael Weiderer vom BRK Regen referierte in Arnbruck über Voraussetzungen und Vorteile

Arnbruck. Am vergangenen Mittwochabend hatte der CSU-Ortsverband zu einer öffentlichen Informationsveranstaltung beim Dorfwirt eingeladen, bei der Michael Weiderer vom Bayerischen Roten Kreuz Regen zum Thema „Hausnotruf – Was ist er und was kann er?“ referierte. Ortsvorsitzender Roman Aschenbrenner konnte unter den Zuhörern auch Bürgermeisterin Angelika Leitermann und Gemeinderätin Rosemarie Kaeser begrüßen.
Der Referent stellte anfangs die erforderlichen Geräte vor: Eine Basisstation mit Freisprecheinrichtung, die einen Stromanschluss braucht und eine Verbindung zu Telefon oder Router. Dazu gibt es einen Druckknopf, den man am Arm oder besser an einem Band um den Hals trägt. Dieser Handsender hat eine Funkverbindung wie ein schnurloses Telefon zur Basisstation. Wenn ein Hausnotruf eingerichtet wird, werden dazu eine Menge Daten erfasst, die notwendig sind, um bei einem Notfall erreichbare Personen anrufen zu können. Erfasst werden auch wichtige Daten zum gesundheitlichen Zustand.
Wenn der Notruf ausgelöst wird, meldet sich über die Basisstation sofort ein Ansprechpartner aus der Notrufzentrale, die 24 Stunden an 365 Tagen besetzt ist, fragt nach der Ursache des Anrufs, z. B. einem Sturz im Haus oder einem Schwächeanfall, nach dem man Hilfe braucht. Es kann aber auch sein, dass die hilfsbedürftige Person nicht mehr sprechen kann. Dann wird die Kontaktperson alarmiert, die als Vertrauensperson einen Hausschlüssel braucht, um beistehen zu können. Weiderer: „Je nach Situation verständigt die Notrufzentrale eine Bezugsperson Ihrer Wahl, z.B. Angehörige, Freunde, Nachbarn, den Hintergrunddienst des Roten Kreuzes oder den Rettungsdienst.“
„Was passiert, wenn der Notruf versehentlich betätigt wird?“ hieß eine der Fragen. „Dann meldet sich die Notrufzentrale und man kann dieses als Versehen klären und der Fall ist erledigt“ antwortete Weiderer. Alle nötigen Daten der Hilfsorganisationen liegen ja vor. Weiderer informierte auch über die Kosten: Die erstmalige Einrichtung kostet 45 Euro, die monatliche Teilnehmergebühr 45 Euro. Ist kein Telefonanschluss vorhanden, kann gegen einen Aufpreis von sieben Euro ein Notrufgerät mit einer SIM-Karte eingerichtet werden. Ab Pflegegrad 1 und wenn man alleinlebend ist, übernimmt die Pflegekasse 25,50 Euro, der Eigenanteil beträgt dann 26,50 Euro.
Ein weiterer Service ist die „Tagesmeldung“ mit der sogenannten Tagestaste. Ist diese Funktion aktiviert und wird die Tagestaste nicht alle 24 Stunden, mindestens einmal gedrückt, meldet sich die Notrufzentrale und alarmiert die in der Notrufzentrale hinterlegten Kontaktpersonen, wenn keine Antwort kommt; damit wird verhindert, dass jemand tagelang hilflos herumliegt. Weiderer berichtete: Im Landkreis Regen sind derzeit insgesamt 640 Geräte für den Hausnotruf eingerichtet. Ermäßigungen gibt es für Fördermitglieder des BRK und VdK-Mitglieder.
Der Hausnotruf ermöglicht es älteren Leuten, sich in ihrer gewohnten Umgebung frei bewegen zu können und trotzdem qualifizierte Hilfe zu erhalten, wenn sie Hilfe brauchen.
Hans Weiß